Leistungen . Parkettböden . Oberflächenveredelung
Holzfußböden, die durch eine Oberflächenbehandlung nicht geschützt sind, unterliegen starken physikalischen Einflüssen, wie sie durch Begehen oder Befahren hervorgerufen werden. Gleichzeitig ist die chemische Einwirkung durch alle möglichen Substanzen, wie sie z.B. in Getränken oder Speisen enthalten sein können, außerordentlich hoch.
Ein nicht oberflächenbehandelter Holzfußboden sieht innerhalb kürzester Zeit unansehnlich aus. Mit einer Oberflächenbehandlung, z.B. durch Ölen, Wachsen oder Versiegeln ist ein Schutz vor den physikalischen und chemischen Einwirkungen gegeben. Ursprünglich wurden Holzoberflächen mit Speckschwarten abgerieben. Dadurch ergab sich neben dem Reinigungseffekt und der Pflegewirkung auch noch eine Vertiefung der Holzfarbe. Aus dieser Methode entwickelte sich dann die Behandlung mit Ölen und Wachsen.
Erst in den dreißiger Jahren des 20. Jahrhunderts kamen in Amerika die so genannten “Floor-Sealer” auf. Sie waren ölhaltige Imprägnierungen ohne Filmbildung. Aus dem Wort “Seal” entstand die heutige Fachbezeichnung “Versiegelung”.
Mitte der fünfziger Jahre kam dann aus Schweden das “schwedische Verfahren”. Dem Floor-Sealer wurden Harze zugegeben und mit einem säurehaltigen Härter wurde die Trockenzeit verkürzt. Diese Siegel waren filmbildend und wurden “Säurehärtende Siegel” genannt. Die Anfänge der Parkettversiegelung reichen in Deutschland bis 1950 zurück. 1952 erfolgte dann die Gründung der CTA (Chemisch Technische Arbeitsgemeinschaft Parkettversiegelung), einer Arbeitsgemeinschaft für Versiegelungstechnologie. Sie entwickelten die Siegeltechnik systematisch weiter.
Erst durch diese Versiegelungstechniken erfuhr Parkett seinen wirtschaftlichen Aufschwung. Jetzt hatte man eine schöne und hygienische Oberfläche, die mit geringem Pflegeaufwand gereinigt werden konnte.
Die Entwicklung blieb nicht stehen, so werden heute unter dem Aspekt “Umwelt, Mensch und Technik” hochwertige Siegel- und Imprägniersysteme auf Wasserbasis oder auf Basis natürlicher Öle und Wachse angeboten. Sie stehen den bisherigen lösemittelhaltigen Produkten in nichts nach und schonen Umwelt und Gesundheit.
Diese Entscheidung ist keine ökologische oder wissenschaftliche Glaubensfrage, denn keine der beiden Oberflächenbehandlungen hat überwiegende Vor- oder Nachteile.
Vielmehr ist es eine individuelle Frage des persönlichen Geschmacks, der Optik des Bodens, zum Teil auch des trendigen Zeitgeistes. Die Ölbehandlung betont die farbliche Struktur des Holzes, macht es “lebendiger”, zudem ist die behandelte Oberfläche stumpfer und matter als die versiegelte Variante.
Der Reinigungs- und Pflegeaufwand ist in den ersten 2 - 3 Jahren bei einer geölten und gewachsten Oberfläche größer als bei versiegelten Böden. Lokale Strapazierstellen (z.B. bei der Türe) können beim geölten Boden auf einfachste Art nachgepflegt werden. Die Kratzer-Empfindlichkeit ist kleiner als bei einer geschlossenen Oberfläche einer Versiegelung.
Noch ein Wort zur Ökologie:
Moderne, wasserbasierte Versiegelungs-Systeme sind ebenso unbedenklich wie Öle und Wachse bekannter Hersteller, die sich in der Anwendung bewährt haben.
Für beide Oberflächenbehandlungen eignen sich alle üblicherweise für Parkett verwendeten Holzarten.
Da Öle und Versiegelungen die Holzfarbe unterschiedlich beeinflussen, empfehlen wir einen Besuch in unserer Parkettausstellung, wo optische Vergleiche in natura möglich sind und wir Sie auch, hinsichtlich den erforderlichen Ansprüchen an die Oberfläche, persönlich beraten können.